25.01.2018

200 Jahre Karl Marx Trier

Pressemitteilung, 25. Januar 2018

Marx als Menschen und Macher in seiner Zeit kennenlernen
Rund 600 Veranstaltungen im Jubiläumsprogramm

Karl Marx Figurine und Marx Container, (c) C.Heinen

Mainz. In genau 100 Tagen, am 5. Mai 2018, jährt sich der Geburtstag von Karl Marx zum 200. Mal. Dieses Jubiläum wird in dessen Geburtsstadt Trier mit einer nie dagewesenen Fülle an Ausstellungen und Veranstaltungen begangen. Gleich drei Sonderausstellungen vermitteln ein umfassendes Bild des großen Gelehrten: die Landesausstellung KARL MARX 1818–1883. LEBEN. WERK. ZEIT. mit den Standorten Rheinisches Landesmuseum Trier und Stadtmuseum Simeonstift Trier, die neugestaltete Dauerausstellung im Museum Karl-Marx-Haus der Friedrich-Ebert-Stiftung sowie die Sonderausstellung LebensWert Arbeit im Museum am Dom. Daneben beleuchten rund 600 Veranstaltungen die vielen Facetten des berühmten Philosophen. In Mainz gaben die Organisatoren des Landes Rheinland-Pfalz, der Stadt Trier, des Bistums Trier und der Friedrich-Ebert-Stiftung heute Einblicke in die Vorbereitungen und Schwerpunkte der einzelnen Ausstellungen und stellten das umfangreiche Jubiläumsprogramm vor. 


Der runde Geburtstag ist nur der Anlass der Jubiläumsschau. „Den Grund für die erste umfassende kulturhistorische Ausstellung als kritische Auseinandersetzung mit Leben, Wirken und Ideen des großen Denkers liefern aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen rund um Digitalisierung, Globalisierung, Verarmung und soziale Gerechtigkeit“, sagt Prof. Dr. Beatrix Bouvier, wissenschaftliche Leiterin der Landesausstellung und Marx-Expertin. Noch nie wurde das Thema Marx von so vielen Partnern in einer breiten gesellschaftlichen Kooperation aus unterschiedlichen Perspektiven gemeinsam behandelt: Das Marx-Jubiläum verbindet Museen, Kulturinstitutionen und Tourismus, Bildungseinrichtungen, Geschichtsvereine, politische Verbände und die Kirche.

Drei Ausstellungen in Trier

„Karl Marx gehört zu den prominentesten Personen, die aus dem heutigen Rheinland-Pfalz stammen. Marx‘ Ideen haben zu einem neuen, umfassenden Verständnis von Gesellschaft und Wirtschaft geführt. Mehr als genug Gründe, seine Person und sein Wirken mit einer großen Landesausstellung zu beleuchten“, sagt Prof. Dr. Salvatore Barbaro, Aufsichtsratsvorsitzender der Karl-Marx-Ausstellungsgesellschaft und Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz. Mit der Ausstellung wolle das Land keine Ikone präsentieren, sondern Marx als Menschen und Macher in seiner Zeit zeigen. „Diese historische Verortung des großen Denkers in Zeit und Raum ist das Besondere der großen Landesausstellung in Trier“, so Barbaro weiter.

An gleich zwei Standorten widmet sich die große Landesausstellung Karl Marx 1818–1883. LEBEN. WERK. ZEIT. vom 5. Mai bis 21. Oktober 2018 seinen bedeutenden Werken und dem vielfältigen Wirken in seiner Zeit: im Rheinischen Landesmuseum Trier und im Stadtmuseum Simeonstift Trier. Schirmherr der Ausstellung ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Das Rheinische Landesmuseum Trier präsentiert unter dem Titel „Leben. Werk. Zeit.“ Karl Marx und sein Jahrhundert und zeichnet den intellektuellen wie politischen Werdegang des großen Gelehrten nach. Die Ausstellung „Stationen eines Lebens“ im Stadtmuseum Simeonstift Trier nimmt das bewegte Leben von Karl Marx in den Blick: von seiner Kindheit in Trier bis zum Exil in London. Rund 400 Exponate aus aller Welt vermitteln an beiden Standorten nicht nur einen Eindruck von Leben und Werken des großen Gelehrten, sondern auch von der Epoche, in der sie entstanden sind.

Unter dem Titel „Von Trier in die Welt: Karl Marx, seine Ideen und ihre Wirkung bis heute“ legt die neu konzipierte Dauerausstellung im Museum Karl-Marx-Haus der Friedrich-Ebert-Stiftung einen Schwerpunkt auf der Wirkungsgeschichte von Marx‘ Ideen bis in die Gegenwart. Kurt Beck, Ministerpräsident a.D. und Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung betonte: „Karl Marx hat bereits im 19. Jahrhundert wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen beschrieben, die wir heute als ‚Globalisierung‘ bezeichnen. Nach wie vor ist insbesondere die Frage ungeklärt, wie wir angesichts eines verschärften internationalen Wettbewerbs die Gefahr einer wachsenden Verarmung breiter Bevölkerungskreise verhindern. Wie können wir unter diesen Bedingungen soziale Gerechtigkeit und Sicherheit herstellen? Diese Frage muss national wie international gestellt und beantwortet werden. Wenn sich Hundertausende von Armutsflüchtlingen auf den Weg in die reichen Länder dieser Erde machen, dann sind die Analysen von Karl Marx aktueller, als es uns eigentlich lieb sein kann."

Das Museum am Dom des Bistums Trier betrachtet unter dem Titel „LebensWert Arbeit“ das Thema Mensch und Arbeit und stellt es anhand zeitgenössischer künstlerischer Positionen zur Diskussion. Die Ausstellung spannt den Bogen von der selbstbestimmten Arbeit bis hin zu den Folgen einer globalisierten und digitalisierten Arbeitswelt. Neben zeitgenössischen Werken renommierter Künstler wird es auch interaktive Bereiche geben. „Immer mehr Menschen stellen die Frage nach dem persönlichen und gesellschaftlichen Wert von Arbeit jenseits des rein monetär Messbaren. Auf diesem Hintergrund möchte das Bistumsprojekt für ein integratives Verständnis von Ökonomie und Humanem, von materiellen und immateriellen Werten, von Effizienz und Kreativität sensibilisieren und zum Nachdenken über den Lebenswert von Arbeit anregen“, sagt Dompropst Prälat Werner Rössel.

Marx in Trier erleben: Großes Jubiläumsprogramm

„Die Stadt Trier freut sich, im nächsten Jahr Gastgeber für zahlreiche Besucherinnen und Besucher zu sein, die sich in der Geburtsstadt an authentischen Schauplätzen und in inspirierenden Ausstellungen auf die Spuren von Karl Marx begeben“, sagt der Oberbürgermeister der Stadt Trier Wolfram Leibe. Im Jubiläumsjahr werden Leben, Werke und Wirken des berühmten Trierer Sohnes hier an vielen Orten und mit zahlreichen Veranstaltungen erlebbar. „Mehr Marx als im Jubiläumsjahr wird es in absehbarer Zeit nicht mehr geben“, verspricht Beatrix Bouvier. Die rund 300 Veranstaltungstermine und rund 300 öffentliche Führungen sowie Themenführungen und das Begleitprogramm der Museen richten sich an unterschiedlichste Alters- und Zielgruppen. Sie decken eine immense Bandbreite ab: von Ausstellungs- und Stadtführungen über Marx-Lektüre-Kurse, internationale Kongresse und Tagungen bis zu szenischen Lesungen, Liederabenden und weiteren Ausstellungen etwa zu Marx in der Karikatur. Auch Theateraufführungen wie das „Marx Bankett“ (Arbeitstitel) von Joshua Sobol im Theater Trier oder ein Marx Musical „Come Back Karl Marx“ stehen auf dem Programm. Unter dem Titel „Wilde Lieder“ (Kooperation mit hr2 und BBC) sind KomponistInnen aus der ganzen Welt dazu eingeladen, sich mit den Gedanken von Karl Marx auseinanderzusetzen und diese zu vertonen. Die besten Einsendungen werden prämiert und aufgeführt. Das vollständige Veranstaltungsprogramm ist ab sofort online einzusehen unter: www.karl-marx-ausstellung.de

HINWEIS an die Redaktionen:

Über eine Veröffentlichung in Ihrem Medium freuen wir uns. Pressebilder sowie weitere Presseinformationen finden Sie im Pressebereich der Ausstellungs-Website:

https://www.karl-marx-ausstellung.de/presse/pressebilder.html. Bis zur Eröffnung der Landesausstellung am 5. Mai 2018 informieren wir rund um den 5. jedes Monats über die verschiedenen Themen der Ausstellung, Hintergründe zu Leben und Wirken von Karl Marx sowie zum großen Jubiläumsprogramm 2018.

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