23.04.2018

Entdecker, Pioniere und Wegbereiter: Das Mosel Musikfestival spielt an Industriestätten

Das Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz „Industrie-Kultur“ bot für Mosel Musikfestivalintendant Tobias Scharfenberger eine Steilvorlage und er entdeckte ungewöhnliche Spielorte wie das Druckhaus der regionalen Tageszeitung in Trier, das Dhron-Kraftwerk in Leiwen, den Bundesbank-Bunker in Cochem, das Holzschnittlager der Firma Leyendecker Trier, das Busdepot der Stadtwerke Trier oder die Stanzhalle der Firma Natus Trier.

Die Industriestätten bilden den kongenialen Rahmen für originelle Konzertformate: Beleuchtet werden soll damit auch, was etwa den Philosophen Karl Marx kulturell umgeben haben mag. Seine Werke und sein Leben spiegeln sich in einigen außergewöhnlichen Projekten wieder, die Künstler eigens für das Mosel Musikfestival kreiert haben. Das Festival präsentiert sich vom 13. Juli bis 3. Oktober mit mehr als 60 Konzerten an 40 Spielstätten von der Saar bis zur Untermosel. Karten gibt es auf www.moselmusikfestival.de oder in allen Ticket Regional Vorverkaufsstellen.

Künstler, Industrieorte und Termine:

Das Sonic Art Saxofon-Quartett spielt im Dhronkraftwerk Leiwen (Kreis Trier-Saarburg) zwischen Dynamos und Schaltpulten Leonard Bernsteins Candide Ouverture und Selections from West Side Story, Samuel Barbers Adagio, Philipp Glass‘ String Quartett Nr.3 sowie George Gershwins Three Preludes. Leider ist dieses Konzert bereits ausverkauft. (Freitag, 20. Juli, 20 Uhr, Dhronkraftwerk Leiwen)

Das preisgekrönte Minguet Quartett und die Sopranistin Adréana Kraschewski musizieren zwischen Papierrollen und Gabelstaplern in der Druckhalle der Tageszeitung Trierischer Volksfreund. Ihre Werke: Mozarts Streichquartett in G-Dur, Arnold Schönbergs 2. Streichquartett opus 10, Anton Weberns sechs Bagatellen, Peter Ruzickas zweites Streichquartett Fragment und Gustav Mahlers Rückert-Vertonungen „Ich bin der Welt abhandengekommen.“ (Samstag, 28. Juli, 20 Uhr, Druckhaus Trierischer Volksfreund)

Alexander Glöggler und Philipp Jungk, die Double Drums, lieben den Rhythmus. Im Holzschnittlager der Firma Leyendecker in Trier klopfen, schlagen und zupfen sie auf Leitern, Akkubohrer, Kartons oder Eimer und nennen ihr Programm schlicht „Groove Symphonies“. (Sonntag, 5. August, 20 Uhr, Holzschnittlager Leyendecker, Trier)

Das Berolina-Ensemble um die gebürtige Bernkastel-Kueserin Friederike Roth spielt in dieser Saison gleich drei Mal beim Mosel Musikfestival (am 10. August in Bernkastel-Kues mit „Töne sind der Seele Bild“ und am 14. August in Leiwen mit „Klarinette pur“).

Die Musiker haben in „Jenny und Karl – eine musikalische Liebesgeschichte“ die Beziehung von Karl Marx und Jenny von Westfalen vertont. Exklusiv für das Mosel Musikfestival hat der kreative Kopf des Ensembles, David Gorol, eine musikalisch-geografische Zeitreise in die Vergangenheit zusammengestellt. Neben kurz rezitieren Gedichten und Zitaten von Marx und Heinrich Heine offenbaren die Musiker die romantische Seite des Sozialisten Karl Marx in einer der großen Industriehallen der Firma Natus in Trier. (Sonntag, 12. August, 18 Uhr, Industriehalle der Firma Natus in Trier)

Die Wahlberlinerin Annika von Trier bringt mit dem Marxsalon ihre Idee der Salons mit in ihre Heimat Trier. Darin lädt sie Leute ein, die etwas zu sagen haben. Mit ihrem lindgrünen Akkordeon und vermeintlich Berliner Kodderschnauze singt sie urbane und gesellschaftspolitische Lieder und spricht über Haushaltsdefizite und Mindestumtausch. Ihr Gast: Linken-Urgestein Gregor Gysi plaudert in der ehemaligen Glockengießerei der Familie Mabilon in Saarburg (Kreis Trier-Saarburg). (Freitag, 31. August, 20 Uhr, Kulturgießerei Saarburg)

Schauspielerin Katja Heinrich liest im ehemaligen Kohlekraftwerk von Traben-Trarbach (Kreis Bernkastel-Wittlich) aus dem Buch „Die Maschine steht still“, geschrieben von dem Engländer Edward Morgan Forster. So tritt sie mit dem Kammermusikensemble Trio Mallarmé in den Dialog mit der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. „Kammermusik 4.0“ ist ein Plädoyer für die Kunst im digitalen Zeitalter. (Sonntag, 26. August, 17 Uhr, Elektrizitätswerk Traben-Trarbach)

Sväng, vier Mundharmonika-Spieler aus Finnland, spielen in der stillgelegten Wollfabrik in Moselkern (Kreis Cochem-Zell) kompakt, rhythmisch und wild, arrangieren den großen finnischen Komponisten Jean Sibelius neu und kombinieren skandinavischen Folk mit finnischem Tango. (Freitag, 7. September, 20 Uhr, Alte Wollfabrik Moselkern)

Die Hamburger Ratsmusik reizt es, fast vergessene Werke neu zu entdecken. Das auf Alte Musik spezialisierte Ensemble spielt in der Wollfabrik in Moselkern (Kreis Cochem-Zell) auf historischen Instrumenten Werke von Joseph Haydn, Franz Xaver Hammer, Carl Stamitz und Carl Friedrich Abel. Die Zuhörer lauschen klassischen Werken, während sie dabei herzhaft frühstücken. (Sonntag, 9. September, 11 Uhr, Alte Wollfabrik Moselkern)

Das Kapelsky-Trio hat sich von dem Bundes-Bankbunker, dem zu Zeiten des Kalten Krieges höchst geheimen Ort in Cochem (Kreis Cochem-Zell), inspirieren lassen. Gemeinsam mit Tatort-Schauspielerin Katja Heinrich haben sie ein spannendes und innovatives Programm zusammengestellt, bei dem sich alles um den schnöden Mammon dreht. (Donnerstag, 20. September, 18 Uhr, Bundesbank-Bunker Cochem)

Der Science-Fiction-Streifen Metropolis flimmert im Buszentrum der Stadtwerke Trier über eine riesig große Leinwand. Live dazu spielen Komponist Wilfried Kaets an den Tasten mit Ralf Kurtley und Norbert Krämer von der Rhythmusabteilung. Kaets hat mittlerweile 190 verschiedene Stummfilmvertonungen geschaffen und in mehr als 450 Konzerten live präsentiert. (Samstag, 22. September, 20 Uhr, Stadtwerke Trier, Buszentrum Trier)

Die Kronthaler Band und Plus Four spielen inmitten des würzigen Dufts des Tabaklagers von Japan Tobacco International, kurz JTI genannt bei der beliebten Jazz Lounge. Dabei verbindet die Kronthaler-Band um Sängerin Theresa Kronthaler Barock-Arien mit Pop-Klängen. Belebende, nie überladene Jazz-Arrangements sind das Markenzeichen von Amanda Kapsch und ihrer Band PlusFour. Ihr Spiel ist dynamisch, ihre Improvisationen verwegen. (Freitag, 28. September, 20.30 Uhr, Tabaklager der Firma JTI, Trier)

Mehr Informationen
Mosel Musikfestival gem. Veranstaltungsgesellschaft mbH Pressestelle: Verona Kerl
Im Kurpark
54470 Bernkastel-Kues
v.kerl@moselmusikfestival.de
www.moselmusikfestival.de

Pressefotos zum Herunterladen finden Sie unter www.moselmusikfestival.de/pressematerial/2017/konzerte