02.06.2020

Mosel-Apollo, der Sonnen verwöhnte Schmetterling der Mosel

Apollofalter, Natternkopf oder Mauereidechse - Die steilen Weinberge im Moseltal bieten einen rettenden Lebensraum für bedrohte Arten, die trockene, sonnige Lebensräume bevorzugen.

Da wo Trockenmauern uralte Weinbergsterrassen bilden, Felsen sich inmitten der Rebflächen auftürmen, Blühstreifen die Rebzeilen säumen oder strukturreiche Waldränder den Weinberg nach oben hin einrahmen, fühlen sich wärmeliebende Pflanzen und Tiere wohl und dem Menschen bietet sich ein fantastischer Einblick in eine besondere Tier- und Pflanzenwelt. Der Mosel-Apollo, benannt nach dem Gott des Licht, ist ein kleiner schöngezeichneter Schmetterling mit zwei roten Punkten, der in den schroffen Felsabrissen und Wärme strahlenden Hängen entlang der Mosel ideale Lebensbedingungen findet. Hier wächst der Weiße Mauerpfeffer (Fetthenne) praktisch ohne Erde auf dem Schiefergestein und bildet die wichtigste Nahrungsquelle der Apollofalter-Raupen.

Stand der Mosel-Apollo in den 1980er Jahren durch großflächigen Einsatz von Insektiziden aus der Luft kurz vor der Ausrottung, profitiert er heute von umweltschonendem Weinbau und der Entbuschung brachgefallener Weinterrassen. Um auf den seltenen Schmetterling aufmerksam zu machen, entstand der Apollo-Wanderweg als siebeneinhalb Kilometer langer Rundweg zwischen Valwig und Bruttig-Fankel durch das Fluggebiet des Namens gebenden Apollofalter. Der Mosel-Apollo erhebt sich gerne an sonnigen Tagen in die Lüfte und kann vor allem von Mitte Juni bis Mitte Juli und vereinzelt im August bei einer Wanderung beobachtet werden. Auch in den drei Leuchtpunkten der Artenvielfalt „Winninger Weinbergsterrassen“, „Koberner Schlossberg“ und „Lehmener Würzlay“ können Naturliebhaber das Reich des Apollofalters erkunden.

(Apollofalter © Dieter Möhring)

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Übrigens: Apollo kann auch ein wenig musizieren. Bei Störung schlägt er das vordere Flügelpaar nach vorne und reibt mit seinen Beinen an der Unterseite der Hinterflügel. Dabei entsteht ein Geräusch, wie das Zirpen einer Heuschrecke.

Ansprechpartnerin
Christiane Heinen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 06531-9733-44
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