23.06.2020

Prachtvolle Audienz bei Kaiser Konstantin

Trier als Zentrum des weströmischen Reiches

Konstantin der Große (306 bis 337 n. Chr.) gehört zu den bekanntesten römischen Kaisern. Seine Zeit als Gesamtherrscher über das Römische Imperium zu Beginn des vierten Jahrhunderts markiert einen Wendepunkt zwischen der heidnischen Antike und dem christlichen Mittelalter in Europa, indem er sich als erster römischer Kaiser taufen ließ.

Sechs Jahre lang regierte Konstantin der Große von Trier aus die Welt, das unter seiner Herrschaft zur zweit wichtigsten Stadt des römischen Weltreichs aufstieg. Stellen wir uns vor, ein hochrangiger Gesandter hat das Privileg, vor Kaiser Konstantin treten zu dürfen. Er reist nach Augusta Treverorum, in eine pulsierende Metropole in schöner, fast schon mediterran anmutender Flusslandschaft. Von Schottland bis Marokko reicht die Macht der Kaiser, die hier residieren. Nicht nur die kaiserliche Familie und ihr Hofstaat leben in der Stadt, sondern auch ranghohe Beamte, berühmte Gelehrte und Philosophen, Bischöfe und Kirchenväter. Die Bevölkerung ist bunt gemischt aus Einheimischen, Römern, Germanen und Orientalen - ein anregendes und überaus intellektuelles „Mulitkulti“. Ein ganzes Stadtviertel wurde extra für den Kaiser ausgebaut und erstreckt sich von den Kaiserthermen bis zur Basilika, seinem Empfangs- und Gerichtssaal. Hier muss unser Gesandter hin. Er tritt ein in die riesige Halle. 33 Meter über ihm schwebt die Decke. Rund 60 Meter weit vor ihm sitzt der Kaiser auf seinem Thron, erhaben in einem Halbrund. Vor ihm verströmt ein Weihrauchgefäß Wohlgerüche. Der Innenraum ist mit kostbarem Marmor, kunstvollen Mosaiken und Statuen ausgestattet und natürlich angenehm beheizt. Die Fenster sind verglast. Es ist, also ob unser Gesandter in das Innerste eines riesigen Tempels tritt. Und tatsächlich sieht sich Kaiser Konstantin als Verkörperung von Apollon-Helios, des Sonnengottes auf Erden und inszeniert sich auch so. Gekleidet ist er in purpurfarbene Seide, mit Gold bestickt. Überall funkeln Edelsteine, sogar auf den edlen Schuhen. Dies verleiht ihm einen besonderen, fast göttlichen Glanz. Auf dem Kopf trägt er ein kostbares Diadem. In der Hand hält er das Zepter. Wie winzig muss sich unser Gesandter fühlen! Er durchschreitet den gesamten Raum bis zum Kaiser. Dort streckt er sich vor seinen Füßen nieder und küsst sein Purpurgewand. Der Kaiser reicht ihm wohlwollend seine rechte Hand und hilft ihm beim Aufstehen. Dann erteilt er ihm die Erlaubnis zu reden.

Noch heute ragt der Thronsaal von Kaiser Konstantin dem Großen und seiner Nachfolger empor - ein imposantes Bauwerk und der größte erhaltene säulenlose Raum der Antike. UNESCO Welterbe, wie weitere römische Monumentalbauten der Stadt. Die Antikencard bietet in drei verschiedenen Versionen Eintritt in die Trierer Römerbauten sowie weitere Ermäßigungen rund um das antike Trier. Mehr Infos: www.zentrum-der-antike.de

 

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